Blogumne – 00003 chantal michel diss

disclaimer: ich bin ein riesenarschloch und habe von fast gar nichts eine ahnung.

chantal michel im schweizerhof

having said that, habe ich gerade schampar lust chantal michel zu dissen. weil chantal michel stellt dieses wochenende im ehemaligen luxus hotel schweizerhof die bilder aus, die seit mai dieses jahr dort enstanden sind. für nicht-berner, das hotel schweizerhof ist das fünf stern hotel, welches letztes jahr auf solch tragische weise konkurs gegangen ist. ja, genau dort wo christoph blocher immer abgestiegen ist, bevor er bundesrat wurde und seither die brunngasse verschandelt. aber das ist ein andere geschichte.

von der kunst hat mir natürlich nichts gefallen. ausser vielleicht das eine bild wo chantal’s beine unterm teppich herausstecken oder das andere mit der maske. aber nur vom sujet her. die idee die werke zum teil in den gleichen räumen auszustellen, wo sie auch entstanden sind, ist amüsant – etwa eine minute lang… aber damit hat sich’s auch schon. sogar die photos an sich, jetzt mal rein technisch betrachtet, sind müll; schlecht ausgeleuchtet, flach vergrössert, nicht mal die ausschnitte wirklich gelungen. eine katastrophe. eine unglaublich teuer angeschriebene katastrophe (17 400.- ist der spitzenpreis, im schnitt so um die 9000.-). zumindest einen neuen photographen sollte sie sich zulegen, die frau michel.

chantal michel im schweizerhof
chantal michel im schweizerhof

aber noch viel grundsätzlicher sind solche photosessions in leeren gebäuden doch schlicht passé, bitte liebe kunstwelt, sei mit mir einverstanden. das konnte man vielleicht in der achtzigern des letzten jahrhunderts noch geben. und erst die gespiegelten photomontagen, sowas entdeckt computeranwender bei seinem ersten photoshop kürsli, sind zu verdammt neunziger.

chantal michel im schweizerhof

der trick bei solch narzistischer selbstdarstellung ist, dass es allen peinlich ist. die leute kaufen aus schamgefühlen, weil sie sich in ihren voyeuristischen tendenzen ertappt fühlen. der ehrliche voyeur, der wie ich zu seiner veranlagung steht, kann ob dem gebotenen bloss enttäuscht bleiben. doch chantal ist clever. sie wendet sich an den klammheimlichen voyeur, der sich hinter einem interesse für die kunst versteckt. nennen-wir-ihn-franz nennt diese art kunstinteressierte “die lustmolche”.

die vernissage selber war ein sogenanntes tout-berne. von chairman tschäppätt bis zum hinterletzten kunstfutzie standen sich alle auf den füssen rum. chantal michel stand, typisch narzistin, fast schüchtern rum. komischerweise kann ich mich nur vage daran erinnern, aber ich glaube sie trug blumen im arm. sie konnte einem fast leid tun, weil sie allen lustmolchen auch noch die hand drücken musste, sie anlächeln musste und schlimmeres. ein riesen gedrängel, und wir mittendrin, peinlich peinlich. und trotzdem bin ich im nachhinein froh, dass wir an der vernisssage waren, weil ab samstag kostete der eintritt 3 franken. eindeutig zu teuer.

es wäre jetzt müssig zu spekulieren wieviele der besucher am freitag bloss wegen dem schweizerhof da waren. ich jedenfalls war nur, und dies betone ich hier mit nachdruck, NUR wegen dem luxus hotel da. den schweizerhof musste ich mir mal geben, bevor sie ihn jetzt in ein weiteres shopping center verwandeln. ich schlage übrigens einen mediamarkt vor, damit wir nicht immer nach hinterdingsbums rausfahren müssen. more shopping braucht die welt. der schweizerhof war erstaunlich schmuddelig und klaustrophobisch, kein wunder … nein, die aussichten hingegen eindrücklich; wir sind auf balkone rausgeschlichen, die es eigentlich nicht geben dürfte.

chantal michel im schweizerhof

aber das eigentliche highlight der chantal michel show fand eh eine woche vorher statt als die “künstlerin” letzten samstag beim schweizerhof aufs dach geklettert war um ihre show anzupreisen. die polizei erhielt prompt massenweise anrufe besorgter mitbürgerInnen; da sei eine auf dem dach und wolle sich umbringen. und, okay, die offensichtlich pointe verkneife ich mir hier. ja, die vom suizid der vielleicht allen dienen würde. nein, die wäre jetzt doch zu derb.

eines bereue ich sehr. eigentlich hatten wir eine sehr geniale idee. überall lagen nähmlich schweizerhof nähetuis rum – beruhigend dass die auch im luxushotel gleich trashig daherkommen – und darauf klebte folgende botschaft: “es muss ja kein luxushotel sein … chantal michel braucht bis ende 2006 eine neue wohnung, villa, fabrikhalle, tankstelle oder ähnliches. hinweise an: [telefonnummer]”.
wir wollten rasch einen rl hack machen und stattdessen unsere telefon nummer daraufkleben. bei den vorstellungsgesprächen würde nennen-wir-ihn-franz eine perücke tragen und nicht viel sagen. sollte eigentlich klappen. wir suchen nämlich auch eine tankstelle. bloss schade, dass wir es nicht gemachat haben.

und ja. ich gebe zu, chantal michels telefon nummer hab ich jetzt auch in meinem handy abgelegt, gleich neben der von christina aguilera und nicky hilton, der schwester von paris hilton, seit dem berühmten sidekick desaster.

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