Blogumne – 00013 my name is … and i am a WoW addict

WoW nap

monatelang stand sie ungeöffnet auf meinem pult, die schachtel mit der world of warcraft software. und dort hätte sie auch stehen bleiben sollen. aber vorher ist man immer schlauer. ja genau, he he.
und plötzlich war die weihnachts/neujahrs zeit gekommen, meist eine schreeeecklich langweilige zeit, und mit einem kleinen mentalen trick, den ich gleich noch beschrieben werde, brachte ich mich dazu das spiel anzufangen.

heute, zwei wochen später, schüttle ich ungläubig meinen kopf. mann, hat es mich erwischt – so schlimm war es schon lange nicht mehr. die world of warcraft hat auch mich komplett verschlungen. jede freie minute, inzwischen unzählige stunden, habe ich damit verbracht irgendwelche quitschenden monster abzuschlachten, auf der suche nach den weiterbringenden objekten, und bin dabei kilometerweit in immer neuen fantasiewelten rumgerannt.

gut, was heisst hier gerannt? mein beitrag am rennen besteht darin meinen finger nicht von der vorwärts taste zu nehmen; ich hab den finger übrigens auch schon mit meinem (schweizer) taschenmesser ersetzt, das ist schwer genug, während ich mich anderem widme, weil das rumrennen einfach soooo viel zeit in anspruch nimmt. aber die eigentliche “arbeit” macht natürlich meine spielfigur. eigentlich rennt mein level 28 orc hunter, mit einem seiner drei haustieren, einer hyäne “fugly”, einem berglöwen “swanky” und einer fliegende schlange “happy”. und manchmal begleitet von seinen (und meinen?) neuen buddies. weil so monsterzertrümmern am limit, das verbindet.

meine WoW kumpanen sind zwei schweden, eine frau und ein mann. der witz daran ist, dass ich eigentlich schweden gar nicht mag. okay, diese aussage stimmt so eigentlich auch nicht. ich kenne bisher genau eine schwedin, meine tante. die ist allerdings eine solch schreckliche person, dass ich manchmal zur kompensation ziemlich derbe anti-schweden sprüche mache. meine neuen schwedischen kumpel hingegen, die sind genial. ich weiss zwar so ziemlich genau gar nichts über ihr privates leben. er hat eine freundin, die in manchmal zum aufhören zwingt. sie hat eine schwester, der eigentlich das WoW spiel gehört und der sie manchmal den platz räumen muss. humor haben sie beide keinen. egal. sie sind zuverlässig wie volvos wenn es um’s monsterkillen geht. und ich hoffe natürlich jetzt, dass sie nicht zu ihren freunden sagen, der schweizer der ist präzise wie ein schweizer uhrwerk beim monsterkillen. bin ich nämlich nicht. ich bin komplett auf sie angewiesen. und sie vielleicht ein klein bisschen auf mich…

manche mögen sich jetzt fragen, wie rechtfertige ich als über 40-jähriger eigentlich dieses kindische gegame? jetzt kommts, und bitte, lacht jetzt ruhig, tue ich auch: als selbstversuch. mit diesem vorwand habe ich es mir vor zwei wochen erlaubt das spiel anzufangen. ich wollte mich selber dabei beobachten, wie ich mich auf dieses spiel einlasse, schauen wie es mich packt, ob ich mich darin verliere. die antwort ist kurz und bündig, hell yeah. und wie ich mich darin verloren habe.

okay, meine faszination für multiuser online games besteht bereits seit einiger zeit. und auch ich habe seinerzeit alle 4 bände von tad williams’ otherland verschlungen, obschon ich ehrlicherweise sagen muss, band 1 und band 4 sowie von band 2 und 3 jeweils die kurze synapsis hätte voll ausgereicht. bei WoW handelts es sich natürlich nicht um “immersive VR”, aber trotzdem verkörpert das spiel einen beachtlichen schritt in die richtung von otherland. und da muss man einfach dabei sein.

natürlich ist es hochspannend wie sich bei WoW die welt des chats mit der welt des games verbindet. der MUD (multi user dungeon) ist wirklich erwachsen geworden. klar sind die welten phantastisch schön gestaltet, die aufgaben vielseitig, die dimensionen eindrücklich, der spassfaktor riesig. das spiel hat einige subplots, die wirklich echten spass machen, zum beispiel den eco warrior strang, bei dem man in den stonealone mountains den bösen kahlschlag holzfirmen ein paar schnäppchen schlagen darf. und humor hat das ganze auch, mein orc tanzt besser als john travolta in staying alive. trotzdem, das suchtpotential ist enorm. und wenn ich darunter leide, und ich bin eigentlich ein relativ disziplinierter mensch, dann frage ich mich wie sich dies bei anderen auswirken kann. die aufgaben, die man in WoW zu lösen hat, sind hochkomplex und unter drei stunden lässt sich in der regel nichts schlaues abschliessen. ich frage mich, ob die game hersteller dabei eine verantwortung tragen, die sie bisher ablehnen? kürzlich ist der erste gamer, glaubs nicht bei WoW, während einem spielmarathon gestorben. werden wir in zukunft immer mehr solche geschichten hören? hoffen wir es nicht.

WoW striptease

ich jedenfalls sollte mich jetzt wieder dem rest meines lebens widmen. hat spass gemacht, aber wie hör ich jetzt wieder auf?

mit der sozialen komponente kommt der soziale druck ins spiel. beispiel: eigentlich ist es spät, ich bin hundemüde und möchte schlafen. von meiner RL partnerin sind bereits ein paar liebevoll besorgte bis vorwurfsvolle blicke oder bemerkungen gekommen. doch die zwei schweden und ich sind damit beschäftigt irgendwelche monster auszutricksen. wir sind am limit, zu dritt schaffen wir es gerade noch so knapp. wenn ich jetzt aufhören würde, dann wäre dies eine art betrug. ich will mich keinesfalls unsolidarisch zeigen, weil sie haben mich auch bereits aus der scheisse gehauen, spiele also weiter. stundenlang.

und wenn ich jetzt einen gang zurückschalten werde, dann ist das eine art betrug gegenüber meinen schweden. die müssen sich einen neuen game buddy suchen, eine neue beziehung aufbauen, ein schwieriges unterfangen, welches zum teil stunden, tage, beanspruchen kann. für mich ist es ebenfalls eine doofe situation; wenn sie weiterspielen wie bisher, werden die schweden mich rasch weit hinter sich zurücklassen. momentan habe ich den höchsten level, aber sie werden level um level dazugewinnen und sich neuen aufgaben zuwenden, zu denen ich noch gar keinen zugang erhalten werde. auch ich werde mir neue buddies suchen müssen, die einen ähnlichen rhythmus fahren wie ich. denn ohne team kommt man ab einem gewissen punkt nicht mehr weiter und das ganze spitzt sich im laufe des spieles noch zu, wie ich gerade bei joi ito gelesen habe. bei den höchsten levels braucht es für gewisse missionen teams von 40 bis 60 spielern.

ach ja, … my name is Piecepoplastc … ohne i am schluss, weil sonst die zulässige namenslänge überschritten worden wäre, falls mich jemand finden will und mir helfen kann diese veflixten highperch wyvern eggs zu finden. nein. besser gar nicht anfangen damit ist die beste lösung.

WoW trade

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