28.11.2005

pieceoBolitix ideeSwiss 4:0 and thanx

4:0 reitschule initiative nein

Wir sagen «4:0» und «Merci vielmal»! read more

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file icon posted by j. zup[ping]er @ 08:16:58 | comment icon yes! comment [2]

27.11.2005

pieceoBabbel wwWank Blogumne - 00007 circl3 j3rk

Blogumne: circl3 j3rk

vor zwei wochen habe ich eine “fulminante” kritik über das tweakfest in zürich geschrieben. “fulminant” ist übrigens nicht mein wort, kam als feedback von jemandem. gutes wort. jemand anderes hat mich darauf hingewiesen, dass meine kritik nicht gerade konstruktiv ausgefallen sei. stimmt.

solche bemerkungen nehme ich mir gewöhnlich sehr zu herzen, denn ich will keinesfalls nur destruktiv sein. oder wenigstens nur selten. doch nach einiger reflektion muss ich einsehen, dass es in diesem fall nicht möglich war konstruktiver zu sein. und zwar weil meine vorbehalte gegenüber einem festival wie tweakfest von solch fundamentaler art sind. für mich ist das format das problem. die anordnung. das setting. der rahmen. ein teil meiner kritik war also nicht direkt an das tweakfest gerichtet, sondern an diese art festival.

seit einiger zeit überlege ich an einer anderen form für ein medienkunst festival/konferenz rum. die ganzen festivals, die ich bisher besucht habe, sind sehr klassisch angelegt. nach dem universitären modell. vorlesungshaft. wie beim frontalunterrricht steht einer vorne und doziert und das publikum sitzt hinten und nimmt auf. meistens wird mit beleuchtung das gefälle noch zusätzlich betont, der sprecher sitzt im licht, die zuschauer im dunkeln. (besonders absurd war dieses setting übrigens vor ein paar jahren am offf festival in valencia, wo die meisten graphiker, die dann so vorne sassen, kaum etwas schlaues zu sagen hatten. nur. noch. peinlich.)

im zeitalter des internet, mit seinem immensen partizipatorischen potential, und der digitalisierung, die es immer mehr menschen ermöglicht sich kreativ zu betätigen, wirken solche modelle immer unangebrachter. die hirearchien haben sich verflacht. wir wollen uns nicht weiterhin berieseln lassen, wir wollen uns beteiligen, mitreden, -denken, -gestalten. und wir können dies auch. dazu braucht es eine neue form von festival/konferenz/workshop, durch die dieses klassische setting durchbrochen wird. gerade im bereich der medienkunst sollte so etwas leicht möglich sein.

ich erinnere mich vage an ein experiment von SODA, dem ehemaligen schweizerischen graphikmagazin (SODA gibt es zwar heute noch, aber keine ahnung was es jetzt sein will). vor jahren hatten sich graphiker und autoren an einem wochenende in einem raum getroffen - infrastruktur, compis und so, waren vorhanden - und so sollte eine SODA entstehen. ist sie auch. und das auf diese weise vor jahren entstandene heft bleibt eine der besten ausgaben.

eignet sich dieses modell nicht auch für ein festival? man trifft sich um sich auszutauschen UND um daraus im vorgegebenen zeitrahmen “etwas” entstehen zu lassen. “etwas” kann dabei immer wieder neu definiert werden: mal ist es eine website, mal eine cd-rom, eine dvd, ein manifesto, pamphlet, heft, buch, ein code, wiki, blog, eine plattform. von seiten der machbarkeit und der benötigten infrastruktur her sind im digitalen zeitalter kaum mehr stolpersteine vorhanden.

der spannenste teil jedes festivals war immer schon der informelle austausch unter den besuchern; die gespräche und begegnungen während den pausen und ausserhalb des programmes. das sogenannte networking. das modell, an dem ich hier rumstudiere, wäre demnach auch ein versuch diesen spannenden informellen teil ins zentrum des festivals zu rücken. inputs und diskussionen sind weiterhin ein wichtiger bestandteil, aber der fokus wird an dieser art festival darauf verlagert, was daraus unter den besuchern entsteht.

für eine erfolgreiche umsetzung muss ein ganzer katalog von faktoren erfüllt sein: kluge strukturen und gut durchdachte abläufe, eine perfekte infrastruktur, sensationelle moderatoren/mediatoren, ein paar stars als zückerchen für die keynotes und so, und am wichtigsten: ein interessiertes publikum sowie ein griffiges, aktuelles thema (zum beispiel “shifts in ethics in the digital age”). entsprechend dem thema würde jeweils eingeladen, mal mehr gestalter, künstler, graphiker, mal mehr coder, mal mehr autoren, wissenschafter, philosophen, oder anwälte, medienschaffende.

natürlich bestehen gewisse gefahren. das erarbeitete produkt könnte banal ausfallen verglichen mit den diskussionen. auch besteht die gefahr, dass diese art festival zu selbsterfahrerisch wird, zu gspürig. und da bleiben wir doch lieber bei der guten alten gruppentherapie und den selbsterfahrungsgruppen.

doch unter dem strich (and feel free to call me a hippie) finde ich die idee geil. weg von der hirearchie des wissens, hin zum kollektiven think tank. weg vom sender/empfänger modell, hin zum groupmind. weg vom vorlesungshaften, hin zum kolloqium. weg vom frontalunterricht, hin zum workshop. weg vom vorlesungssaal, hin zum labor. weg vom elitären setting, hin zum kreis der beteiligten. weg von top down, hin zu bottom up. weg vom linearen, hin zum prozesshaften. und, falls ich hier masturbation als metapher gebrauchen darf, weg vom exhibitionistisch/voyeuristischen, hin zum circle jerk. [mir ist bewusst, dass der “circle jerk” meist negativ besetzt ist. ich hingegen finde die vorstellung von einem “circle jerk” sehr sexy, mann, und ich war noch nie an einem… mhhhh. aber ich schweife ab.]

ja. okay. klar. wäre. sollte. hätte. könnte. die idee ist mal ganz okay. aber hat sie überhaupt eine chance? würd ich gern herausfinden. wie setzt man sowas um? keine ahnung. ich werf also die idee mal in die runde [unter einer CreativeCommons lizenz versteht sich]. ich bin mir fast sicher, dass es ähnliche modelle bereits gibt, oder gegeben hat, und dass sie bereits kläglich gescheitert sind. aber vielleicht wäre inzwischen die zeit reif dazu? leider habe ich wie gesagt keine ahnung wie man so ein teil auf die beine stellt. da bin ich sehr limitiert. also. falls jemand mit übernatürlichem organisationstalent dies liest und mit mir so ein festival basteln möchte, i am ready… let’s circl3 j3rk!

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26.11.2005

pieceoBeatz ideeSwiss c-word ruff linkage . 200548

[stuffs what gots stuck in my browser this last week]

this weekend:

reitschule initiative - nein!

if you live in bern don’t forget to vote no!

spamshirt xmas special

its what i want…

:flash: smashmyxbox.com - “We raised $400 american on our website and we camped out for 55 hours posing as the most hardcore xbox fanboys in canada. We were even on national news stations for our dedication. We then proceded to smash the xbox360 minutes after purchasing it with a sledgehammer.” see, it takes dedication to be a smasher. the video is on the website. [thanx tank]

:flash: turkish hacker attacks swiss messageboards - apparently in the week that followed the turkish defeat in the worldcup qualifier turkish hacker IMHOT3B hacked all these swiss messageboards… seems only fair. [via bengston]

:flash: poo & pee - the must-have toy of the year. [via al4ie]

:flash: footballchants.org - silly yet great website. just what it says on the tin errr in the url. [via 4rthur]

:flash: flipbook - a website dedictated to flipbooks. [via we-make-money-etc]

:flash: bush exits - oh. i know. he should have been a clown. what a career-waste. the torrent to the video.

:flash: green day - american edit - its green day’s turn to receive the remix/mashup treatment.

:flash: kate moss topless on drugs - what exactly about this video indicates that she was on drugs. well, she probably was, like who wouldn’t, but still. chill guys.

tweakfest clean up - german

:flash: tweakfest survey - pöst yür feedbäck.

:flash: Betaversion Tweakfest: Ein Festival probt die Vernetzung von Villö Huszai - selbst den übellauigsten göttern gefällt dieser artikel.

:flash: presseberichte - meine blogumne fehlte zuerst auf der liste. und nein ich lese da wirklich gar nix rein. i swear. sie ist inzwischen aber auch dort.

[del.icio.us/pieceoplastic]

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25.11.2005

pieceoBolitix wwWank BUY NOTHING DAY 2005

bnd 2004
today 25. in the US and tomorrow 26. in europe is buy nothing day.

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23.11.2005

monkeySee wwWank frenZINE issue #14 - book nr. 1

frenZINE issue #14- split charaters - book nr. 1

frenZINE #14
[see what happens when you find a match…]
***
edit: i admit i am completely biased, but i think this latest issue of frenZINE is totally genius. this kind of idea is really how a flash screen magazine can be actually better than a real book. as a kid i used to love this type of books (smebody got a name for them?), playing around with them for hours, re-arranging heads with torsos and feet. the kicker here is that there’s an animation when you make them match. brilliant. and i can instantly think of so many variations on the theme … fantastic job, franziska!

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21.11.2005

ideeSwiss gadgetMinded declaration de guerre de l’ IFPI

Déclaration de guerre de l’industrie phonographique suisse - thanx klav!

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19.11.2005

pieceoBolitix ideeSwiss wwWank c-word ruff linkage . 200547

[stuffs what gots stuck in my browser this last week]

join EFF

quote of the week:

those online critics, they’re a dime a dozen. everybody with a mouth and a computer.

from chuck palahniuk: haunted isbn 0-224-06445-2

i plead guilty as charged… i love it, he said mouth!

engrish

:flash: the 15 enemies of the internet - the list of states where the internet gets heavily censored was published by reporters without borders: Belarus - Burma - China - Cuba - Iran - Libya - The Maldives - Nepal - North Korea - Saudi Arabia - Syria - Tunisia - Turkmenistan - Uzbekistan - Vietnam

:flash: john cusack on politics - “they [the democrats] don’t have the courage to suggest that people who lied to get us into war should not only not be in office, they should be in prison.” cusack was in some awful movies lately, but his politics seem pretty cool. [via american samizdat]

:flash: get back in the box, excerpt 2 by doug rushkoff - “[…] the spirit of authorship [is] presaged by the Internet and now extending to every area of our lives. The hacker mentality is all around us, evidenced in everything from the hubris to learn the entire genetic code and attempt human cloning to a growing stack of new translations of the Bible. Meanwhile, our unintentional impact on the environment, from melting polar icecaps to mercury-toxic oceans, only underscores how much influence we wield.
It is the real legacy of the open source movement—misunderstood even by many of its participants as solely a way to develop computer operating systems, and underestimated in its potential impact by even its staunchest opponents.”
this second excerpt from rushkoff’s new book starts to sound more interesting than excerpt 1 did a few weeks ago.

:flash: paper craft 128k mac - Kenji Eno has built a 128k mac out of paper and offers it for download as PDF.
[via joi ito]

:flash: PSP RCA - “6 students from the Royal College of Art in London have designed a series of concept furniture derived from the statue-like forms of people sitting, standing or leaning against walls engaged in playing the PSP. The furniture is designed for use specifically when playing the PSP, and can be tried out during the exhibition.” [via we-make-money]

:flash: just letters - someone keeps stealing my letters, in this browserbasedmultiuserflashgame. [via sis]

:flash: unhappy anniversary compilation @ unfoundsoundrecords - “2h 45mn to explore numerous genres of electronic music through 26 tracks. the best netrelease ever? we don’t know. the
longest? maybe!” here’s the .zip file [303M]

:flash: dubplate drama - an entirely interactive tv series that will be influenced by viewers sending in their sms/text messages. [via pspupdates]

in german

:flash: gutgebaut.ch - dieses sujet ist teil einer vom berner heimatschutz lancierten bierdeckel kampagne. die realen bierdeckel mussten wegen sexismus vorwurf zurückgerufen werden. online sind sie immer noch zu finden. was will ich damit sagen? ich habe keine ahnung. ich find die ganze sache ausgesprochen amusant. dieses sujet ist auch ziemlich witzig.

:flash: switch-award - der diesjährige switch-award ging an meteo-blue. eine weitere sehr konservative wahl.

[del.icio.us/pieceoplastic]

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file icon posted by j. zup[ping]er @ 08:19:33 | comment icon no comment [0]

17.11.2005

pieceoBalls fussball ist beschissen

echt wahr, mann.
völkerverbindend my ass…

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file icon posted by j. zup[ping]er @ 06:51:22 | comment icon yes! comment [3]

15.11.2005

ideeSwiss [f]Art pour l'Art c-word agnet-provocateur.ch - wettbewerb

agent-provocateur.ch lanciert einen Wettbewerb für Autoren aus allen kulturellen Bereichen, die etwas zur Schweiz zu sagen haben und dies schnell in einen Video-Spot packen können. Jedes Genre ist willkommen: Fiktion, Animation, Dok-Film etc.
Die Spots dürfen maximal 30 Sekundenlang sein.

Preise
– 5 x 3’000 CHF plus Kino-Auswertung als Vorfilm
– Veröffentlichung auf den Grossbildschirmen (eBoards) in den Bahnhöfen Zürich, Bern und Basel (nur Spots ohne Ton).
– Publikation auf der Webseite agent-provocateur.ch

Anmeldeformular und weitere Informationen: agent-provocateur.ch/wettbewerb
Einsendeschluss: 3. Januar 2006

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13.11.2005

pieceoBabbel ideeSwiss Blogumne - 00006 let’s tweak

eigentlich war ich voller naiver vorfreude ans tweakfest gefahren. endlich ein spannendes schweizer medienkunst festival, hatte ich gehofft. aber leider habe ich der schweiz mal wieder zuviel zugetraut. ich weiss, ich übertreibe. aber mir ist es in solchen momenten immer enorm peinlich ein schweizer zu sein. bin ich der einzige dem es so ergeht? was haben wir bloss für einen komischen filmriss hier in unserem land? alles so kleinklein. so wohlstandsverwöhnt. so besserwisserisch. so kantönligeistig. und das letztere ist im vorliegenden kontext speziell erstaunlich.

sogar bruce sterling hatte es irgendwie geschafft “schweizerisch” zu tönen am tweakfest. er zeichnete ein grimmiges, paranoides bild der internetkriminalität, 15 jahre nach seinem buch “the hacker crackdown”. so weit so gut. aber vor seinem beitrag hatte er versprochen, dass es “lively” werden würde. lebendig? angeregt? wurde es nicht. scharf, witzig, laut - schon. aber auf ungewöhnliche weise gedämpft. “the swiss don’t seem to get irony” hörte ich einen leicht irritierten bruce später sagen. er braucht ein angeregtes publikum um sich in fahrt zu reden. die bauchpinsel session auf die schweiz am ende seiner rede war dann aber nicht mehr zu entschuldigen. der hauptgrund warum ich ans tweakfest gepilgert bin, war also bereits enttäuschend. bruce sterling infisziert von schweizerischer kleingeistigkeit? irgendwie undenkbar.

es hat eindeutig zuviele krawatten im saal, raunte franziska mir zu. es war der erste von zwei tagen. sie war vor kaum 5 minuten angekommen. ich gebe zu, solche berührungsängste mit krawattenträgern sind oberflächlich. und obschon ich auch unter solchen vorurteilen leide, nahm es mich doch wunder: konnte sie wirklich gelingen, diese annäherung von kunst und wirtschaft, die sich tweakfest zum ziel gesetzt hatte? im rückblick muss ich leider sagen, das festival hat gar nichts angenähert. sondern sich bloss in zwei teile gespalten; einen teil den man sich getrost hätte schenken können, einen zweiten der zumindest mild anregend war. für ein festival mit solcher zielsetzung ist es schlicht nicht gut genug, wenn bloss der microsoft schweiz knorrli eingeladen wird - dieser muss auch etwas relevantes zu sagen haben. oder anders gesagt, statt unmoderiert irgendwelche wirtschaftsheinis zusammenzuwürflen, müsste ein solches festival es sich zur aufgabe machen, diejenigen herauspicken, die auch fähig sind sich selbst einen schritt aus ihrer marketingwelt herauszunehmen und auf der metaebene über kreativwirtschaft (ist das wirklich ein wort?) und medienkunst zu reflektieren.

“wie kann ein solcher müll von sitemapping unterstützt werden? und an einer staatlich unterstützten bildungsstätte abgehalten werden? sowas gehört auf’s messegelände!”, regte sich jemand am ersten tag auf. stimmt genau. “nicht mal das w-lan funzt”, ein zweiter. ich regte mich auf, dass bereits in der ersten runde der grossraum zurich (the good news: “downtown switzerland” sagt man glücklicherweise nicht mehr) vom bodensee bis nach genf ausgeweitet wurde. swiss creative industries wurde ungefragt zum synonym für grossraum zürich creative industries. ach komm, zürich, seit doch einfach die besten, statt all diese zeit und energie darauf zu verschwenden immer wieder zu betonen, dass ihr es seit.

aber nochmal von vorne. die viper ist geschichte und das tweakfest sollte besser gar keine kriegen. warum schafft die schweiz es nicht sich ein relevantes medienkunst gefäss aufzubauen?

die schweiz ist überbeflissen. in unserem land erteilt sich eine hochschule der künste selbst den auftrag die lehrgänge wirtschaftsnäher anzusiedeln, um so einem möglichen budget abbau vorzubeugen. dem tweakfest bleibt nichts anderes übrig als sich auch möglichst wirtschaftsfreundlich zu geben. dabei hätte ein blick ins ausland den organisatoren zeigen können, dass modelle, die im rahmen eines festivals die wirtschaft und die kunst zusammenbringen wollen, von vornherein zum scheitern verurteilt sind. und zwar nicht nur weil die beiden szenen eine verschiedene sprache sprechen, sondern primär weil die wirtschaft sehr schnell merkt, dass ihr eine solche übung nichts bringt. die haben bereits genügend ähnliche gefässe mit viel mehr prestige potential.

die schweiz hat keine streit- und debatierkultur. wussten wir bereits vorher. und doch überrascht es jedesmal von neuem. hier werden während den vorträgen und podiumsgesprächen noch und noch neoliberale, sozialdarwinistische parolen ausgespuckt und im publikum zucken all bloss mit den schultern. die redner streuen microsoft logos in ihre powerpoints präsentationen und keiner im saal buht. und wenn endlich, fast, eine spannende diskussion zustande kommt betritt bestimmt der moderator die bühne, klopft aufs zifferblatt und erstickt sie im keime. wir haben doch keine zeit zum diskutieren hier.

die schweiz ist peinlich. immer wieder verliert sie sich in regionalen grabenkämpfen und profilierungsspielchen. das tweakfest war so ein schnellschuss, dass man perfiderweise die vermutung nicht abschütteln kann, dass sich zürich damit primär die viper nachfolge sichern will.

oder: die stadt mit einer profilierungsneurose bastelt sich ein festival mit einem positionierungsproblem.

mit einem saloppen “let’s tweak”, hatte elmar ledergerber seine eröffnungsrede (die er übrigens mit einem “uff, es hat ein paar leute” angefangen hatte) beendet. und eigentlich wäre dies mal ein guter vorschlag gewesen. die langstrasse, und damit die hells’ angels, waren bloss ein paar schritte entfernt und da hätte man sicher in anständiger qualität amphetamin gefunden. tweaking heisst im amerikanischen (unter anderem) speed konsumieren. wäre mit etwas crystal meth das tweakfest erträglicher geworden? wohl kaum, denn so wie ich diese droge kenne, wäre es sogar eher noch langweiliger geworden. um es erträglich zu machen hätte elmar vielmehr “let’s chase the dragon” empfehlen sollen.

ps: der beste teil, was auf dem programm als “networking” bezeichnet wurde. basteln wir doch mal ein festival, wo es nur ums “networking” geht. nickerchen nehmen kann ich auch zuhause.

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