Blogumne – 00019 hundekacke di canio

am letzten donnerstag bin ich mal wieder ins theater gegangen und prompt während der vorstellung eingeschlafen. irgend jemand in der nähe hatte wohl hundekacke am schuh, denn es stank ziemlich fürchterlich dort wo wir sassen. ich wars übrigens nicht; ich hab später nachkontrolliert. wenn es so stinkt, dann gibt es jeweils diesen moment, während dem man sich fragt, ob die hundekacke am eigenen schuh klebt. eigentlich müsste man dann schnell nachschauen und erleichtert, jedoch nicht allzu hämisch, sagen: “he leute, ich bin’s im fall nicht”. oder die person mit der hundkacke am schuh sollte diskret aufstehen und sich das teil abkratzen gehen. mit einem entschuldigenden blick vielleicht. oder nicht mal. einfach weg damit. stattdessen scharren alle mit ihren füssen rum und fragen sich, ob es ihr schuh ist, der so stinkt.

ich jedenfalls bin trotz hundekackeamschuhgestank eingenickt. dies hätte jetzt eigentlich der schlussatz zum hundekacke-debakel sein sollen, aber ich habe noch nicht fertig. flasche noch nicht leer. sorry, giovanni. frage: schon mal bemerkt wie hundekacke an einem schuh anders riecht als hundekacke einfach so, auf der strasse zum beispiel? ich meine, irgendwie wusste ich, hier handelt es sich jetzt um hundekacke an einem schuh. ich dachte nie, da hat irgendwo im theater ein hund hingeschissen. wobei, jetzt wo ich mir diese sache überlege, wer weiss… ja und obschon dies jetzt vielleicht ganz anders wirken mag, ich bin im fall keineswegs ein hundekacke-experte. ich tappe selten rein in die dinger, besuche paris fast nie (obschon im moment wäre ich gerade gerne dort mit solch geilen demos) und überhaupt. eigentlich ist es kein thema. aber an diesem abend war es wieder einmal eines. hundekacke ist, zum glück, immer nur dann ein thema, wenn es im raum danach stinkt.

das stück handelte von paolo di canio, dem lazialischen fussballproblemfall. die schauspielerinnen sprachen den vornamen konsequent falsch aus, “paoohlo”, mit langem “o”. eigentlich sagt man ja “paulo”. die schauspielerinnen, drei frauen und die älteste war sackstark, waren zwar glaubs alle schweizerinnen, jedenfalls vermuteten wir dies später, aber sie hatten von den deutschen nicht nur die schauspielerischen betonungen übernommen, sondern auch genau dieses unding. eben, wenn schweizer schauspielerinnen wie deutsche klingen wollen, dann richtig, alter, und paolo di canio wird zu paoooohlo di canio. ich frage mich gerade, ob sie konsequenterwese luigi wie die deutschen “lutschi” aussprechen würden. man müsste mal ein theaterstück mit einem luigi schreiben und es von schweizer schauspielerinnen aufführen lassen. bloss zum test. kommt auf meine liste. die canio sprachen sie übrigens richtig aus, den nachnamen hätten sie eigentlich leicht auch vehunzen können. “diii cannnio”. langes “i”, langes “n”. alles schon gehört überall wo es deutsche kommentatoren gibt, mann, die schlechstesten auf dieser welt. ausser sascha ruefer. der schlägt sie alle, so schlecht.

das stück? naja. meine begleiterin insistierte später, während unserer nachbesprechung, das stück an sich sei super gewesen. vielleicht etwas schwierig, räumte sie ein, etwas dicht, etwas zuviel reingepackt. aber es sei vorallem an der inszenierung gelegen, die sei schwach gewesen. zu frontal. zu monologig. und da meine begleiterin eine astreine eidg. dipl. theater-expertin ist, glaube ich ihr aufs wort. ich bin bekanntlich eingedöst und sollte darum auch möglichst wenig über das stück sagen. was ich mit sicherheit sagen kann ist folgendes: ich gehe leider fast nie ins theater, möchte eigentlich öfter gehen, doch nickerchen sind auf der heimischen couch eindeutig gemütlicher. und die schuhe mit möglichen hundekacke überresten dran stehen draussen auf dem schuhständer.

dann fragten wir uns noch, ob der name di canio eigentlich irgendetwas mit hund zu tun hat. “cane” heisst bekanntlich auf italienisch hund, bedeutet also di canio “vom hunde”? gute frage. und sie bringt mich irgendwie zurück zum leidigen thema hundekacke. aber egal, jedenfalls wird paooohlo di canio für mich auf immer und ewig olfaktorisch mit hundekacke assoziert blieben. ich frage mich übrigens weiterhin, braucht die welt ein stück über paolo di canio? und eigentlich sehe ich es wie nick, sie braucht vorallem eines über cristiano lucarelli.

[to my english readers, if any: sundays always in german, sorry, please come back some other day]

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